Pressemitteilung von BNP Paribas Real Estate:
BNP Paribas Real Estate veröffentlicht Daten für das vierte Quartal 2010 Hohe Lagerflächen-Nachfrage in Nordrhein-Westfalen
Frankfurt am Main, 2. März 2011 – Mit einem Logistik- und Lagerflächenumsatz von 679.000 Quadratmetern wurde 2010 in Nordrhein-Westfalen das Vorjahresergebnis zwar knapp verfehlt (minus 2 %), insgesamt profitierte die Nachfrage aber auch hier vom gesamtwirtschaftlichen Aufschwung und dem wieder anziehenden Welthandel. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE).
In den einzelnen Teilmärkten war die Entwicklung unterschiedlich: In Düsseldorf belegt eine Steigerung des Flächenumsatzes um 28,5 Prozent die Marktbelebung eindrucksvoll (auf 167.000 m2). Köln verzeichnete dagegen einen Rückgang um 28 Prozent (auf 192.000 m2). „Dies ist in erster Linie auf ein starkes Jahr 2009 zurückzuführen, als umfangreiche Deals von Handelsunternehmen mit allein zwei Abschlüssen über insgesamt 91.000 Quadratmeter das Ergebnis gegen den Bundestrend erhöhten“, betont Hans-Jürgen Hoffmann, Bereichsleiter Industrial Investment & Services von BNP Paribas Real Estate. An den übrigen nordrhein-westfälischen Standorten stieg die Nachfrage um 8,5 Prozent (auf 320.000 m2), wobei insbesondere im Ruhrgebiet viele Flächen umgesetzt wurden. Eigennutzer waren mit insgesamt gut 15 Prozent am Ergebnis beteiligt.
Da kaum spekulative Projektentwicklungen stattfanden und die kurzfristigen Bedarfe (von nutzerspezifischen Neubauten abgesehen) aus dem Bestand bedient werden mussten, reduzierte sich 2010 das Flächenangebot in den meisten Lagen des Marktgebiets. „Größere Leerstände gibt es zwar sowohl in Düsseldorf und Köln als auch im Ruhrgebiet, diese zumeist älteren Bestandsobjekte entsprechen jedoch häufig nicht den Anforderungen von Mietern an zeitgemäße Lager- und Logistikimmobilien“, erläutert Hoffmann. „Somit stehen insbesondere moderne Logistikanlagen über 5.000 Quadratmeter Fläche kaum zur kurzfristigen Anmietung zur Verfügung.“
Insgesamt wurde der Flächenumsatz 2010 von einer breiten Nachfragebasis getragen, was sich in der recht gleichmäßigen Verteilung auf die verschiedenen Größenklassen widerspiegelt. Im Vergleich zum Vorjahr gab es eine Verschiebung von großflächigen auf kleinere Verträge. Während Abschlüsse bis 8.000 Quadratmeter gegenüber dem Vorjahr um knapp 9 Prozentpunkte zulegten, verloren Verträge über 12.000 Quadratmeter die gleichen Prozentanteile. Beide Segmente steuerten dabei jeweils rund 42 Prozent zum Ergebnis bei.
Die Branchenverteilung des Flächenumsatzes zeigt 2010 ein ähnliches Bild wie im Vorjahr. Die in Nordrhein-Westfalen stark vertretenen Handelsunternehmen liegen deutlich in Führung (Umsatzanteil: knapp 58 %) und haben ihren Anteil gegenüber dem Vorjahr noch um 10 Prozentpunkte ausgebaut. „Insbesondere E-Commerce-Unternehmen haben derzeit einen erhöhten Flächenbedarf“, so Hans-Jürgen Hoffmann. Auch Logistikdienstleister profitieren von volleren Auftragsbüchern und legen mit knapp 31 Prozent noch einmal leicht zu. Produktionsorientierte Unternehmen folgen auf dem dritten Rang (gut 9 %).
Moderne Ausstattungsqualität im Fokus, Mieten tendenziell leicht steigend
„Die Nutzer legen großen Wert auf eine hohe Flächenqualität und -effizienz sowie auf die Möglichkeit, auf sich verändernde Ansprüche flexibel reagieren zu können. Deshalb findet sich der Großteil der Abschlüsse im Bereich moderner Ausstattungsqualität“, erläutert Hoffmann. Im Gegensatz zum Vorjahr, als einige sehr große Abschlüsse in diesem Segment getätigt worden waren, ist ihr Anteil auf knapp 54 Prozent gesunken (2009: rund 73 %). Auf Flächen mit mittlerer Qualität entfiel gut ein Fünftel des Ergebnisses, wogegen knapp 26 Prozent einen einfachen Standard hatten. Ältere und unsanierte Bestandsflächen können dagegen am Markt kaum noch platziert werden.
Das Mietpreisniveau entwickelte sich im Laufe des Jahres 2010 konstant bis leicht steigend; die Spitzenmieten haben sich dabei jedoch noch nicht verändert. Sie liegen in Köln bei 4,60 Euro pro Quadratmeter sowie in Düsseldorf bei 4,90 Euro pro Quadratmeter und werden in sehr guten Lagen, unter anderem im Umfeld der Flughäfen Düsseldorf sowie Köln/Bonn, erzielt. Im Ruhrgebiet wird die Höchstmiete von 4,50 Euro pro Quadratmeter zum Beispiel im Duisburger Logport verzeichnet. „Für Bestandsgebäude in peripheren Lagen können dagegen häufig nur niedrigere Mietpreise erzielt werden, da hier insgesamt eine geringere Nachfrage besteht und die Objekte den heutigen Ausstattungsanforderungen nur eingeschränkt entsprechen“, erklärt Hans-Jürgen Hoffmann.
Positive Aussichten für 2011
Der Lager- und Logistikmarkt wird voraussichtlich auch 2011 von einer hohen Nachfrage profitieren. Dafür sprechen die positiven gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Belebung der Binnennachfrage sowie die anhaltend gute Stimmung der Unternehmen“, prognostiziert Hoffmann. „Daneben deuten auch die Anzahl und das Volumen der vorliegenden Flächengesuche auf einen Anstieg der Nachfrage in Nordrhein-Westfalen hin. Auf der Angebotsseite erwarten wir wenig Veränderung. Spekulative Neubauflächen werden auch in Zukunft kaum realisiert, sodass sich das Vermietungsangebot weiterhin überwiegend aus Bestandsflächen speist. Ein leichter Anstieg des Mietpreisniveaus für gute Lagen und moderne Flächen erscheint vor diesem Hintergrund möglich; ob die Spitzenmieten ebenfalls anziehen, bleibt jedoch abzuwarten. Zunehmend ist aber zu beobachten, dass Eigentümer weniger Incentives gewähren.“
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